Schlacht bei Sehestedt, 10. Dezember 1813

Fernab von den großen Schlachten der Befreiungskriege von 1813-1815 hat sich Jens Kalle einer weniger beachteten Auseinandersetzung gewidmet, nämlich der Schlacht von Sehestedt, die am 10. Dezember 1813 stattfand. 

Sehestedt? Nie gehört. „Wo liegt das denn?“ werden sich jetzt Einige fragen. Der Ort liegt im heutigen Schleswig-Holstein. Genau genommen zwischen den bekannteren Städten Rendsburg und Kiel am Nord-Ostsee-Kanal.

Hier fand eine Auseinandersetzung  zwischen den Alliierten unter dem Oberbefehl des Kronprinzen Bernadotte, dem späteren König von Schweden und dem Königreich Dänemark, dem letzten Verbündeten Napoleons, statt. Den Befehl über das dänische Auxiliarkorps hatte der Prinz Friedrich von Hessen-Kassel.  

Das Denkmal zum Geschehen vom 10. Dezember 1813. Foto Günter Franke
Foto: Günter Franke
Die Befehlshaber des dänischen Auxiliarkorps. Foto: Günter Franke

Über die Schlacht von Sehestedt möchte ich auf die interessante Ausarbeitung von Frank Becker verweisen, der nicht nur die Order der beteiligten Armeen erstellt, sondern auch umfangreich den Schlachtverlauf dieser Auseinandersetzung geschildert hat.  Bitte klicken Sie dazu den folgenden Link Napoleonische Kriege in Norddeutschland – Die Schlacht bei Sehestedt an.

Eines der eroberten Geschütze von der Russisch Deutschen Legion, ausgetellt im Museum Tojhuset in Kopenhagen. Foto: Günter Franke
Das zweite erbeutete Geschütz ist im Museum in Varde ausgestellt. Foto: Günter Franke
Zeitgenössische Abbildung eines fünischen Dragoners. Foto Günter Franke

Jens Kalle hat einen Höhepunkt dieser Schlacht nachempfunden, nämlich den Kampf um die Fahne des Lauenburgischen Bataillons. Dazu hat er in seinem Diorama die winterliche Atmosphäre sehr realistisch dargestellt, so dass man die „Kälte“ fast schon spüren kann. 

Doch zunächst wird hier der Rückzug der dänischen Armee gezeigt, bestehend aus dem Train und dem 3. Bataillon  des Holtsteinischen Infanterie-Regiments unter Kapitän Engholm. Litauische Ulanen vom 17. Regiment unter Oberst Brezchffa sichern  den Train vor möglichen Angriffen.  

Der Rückzug durch Sehestedt nach Rendsburg

Die dänische Armee schlägt den Weg nach Rendsburg ein.

 

Das 3. Bataillon des holsteinischen Infanterie-Regiments deckt den Rückzug nach Rendsburg.
Stolz wird die Fahne der „Holsteiner“ getragen. Kapitän Engholm führt das Bataillon an.
Zwei litauische Lanciers vom 17. Regiment unter General Lallemand sichern den Train.

Prinz Friedrich von Hessen-Kassel und sein Stab beobachten den Rückzug der dänischen Armee.
Karte vom Schlachtfeld. Hier ist der Rückzug der dänischen Armee Richtung Rendsburg gut erkennbar.

Der Angriff der Fünischen Dragoner 

Nun kommen wir zu dem Mittelpunkt  des Dioramas, nämlich dem Angriff der Fünischen Dragoner. Hier wird gezeigt, wie 3 Schwadronen des Regiments und eine Schwadron der 6. Husaren das Infanterie-Bataillon Lauenburg attackieren und letztlich überrennen. Das Bataillon hatte keine Möglichkeit mehr, ein schützendes Karree zu bilden und stob in völliger Auflösung auseinander. 

Eine Schwadron der 6. Husaren unter Major Späth unterstützt den Angriff.
Der Kampf um die Fahne des Bataillons der Lauenburger. Oberstleutnant Hugh Halkett und eine Handvoll Infanteristen des Bataillons gelang die Wegnahme der Fahne zu verhindern.

Das Diorama wird am 26.-27. September 2026 im Dioramen-Museum, DIORAMICA, Philipp-Reis-Str.13a, 37308 Heilbad Heiligenstadt und am 12. Dezember 2026 im Rahmen einer Gedenkveranstaltung dem Pastorat-Museum in Sehestedt übergeben und dort künftig zu sehen sein. 

Pallasch eines Fünischen Dragoners. Foto: Günter Franke.

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