Die 8ème und ihre Soldaten

Nach der Aufstellung und Erfassung der Offiziere der 8ème Die Offiziere der 8. Demi-Brigade und 8eme war es endlich an der Zeit, sich um die einfachen Soldaten und wenn möglich um deren Schicksale zu kümmern. Wie wir festgestellt haben, konnte zu einzelnen Offizieren der 8ème doch Einiges zutage gebracht werden, da viele Berichte vor Allem aus dem Armeearchiv in Vincennes noch vorhanden sind.

Dies ist bei den einfachen Soldaten schon wesentlich schwieriger. Häufig, wenn überhaupt, wurde nur der Name der Person, mit etwas Glück noch das Geburtsdatum und der Geburtsort auf den Listen festgehalten. Das war dann schon meist alles. Dennoch ist es uns gelungen, bei einigen Schicksalen mehr zu erfahren.

Die Soldaten der 8eme

Dank unseres Freundes, Herrn Hans-Dieter Zemke, der über Jahre hinweg in seiner Freizeit Nachforschungen im Armeearchiv in Vincennes, in Kirchenbüchern, in Listen von damaligen Hospitälern und unzähligen Einträgen im Internet diesbezüglich betrieben hat, konnten neben den 418 Offizieren schon immerhin 817 Soldaten (229 Soldaten davon konnten sogar bis auf die Kompanieebene zurückverfolgt werden) der 8ème ermittelt werden. Das ist eine stattliche Anzahl von insgesamt 1.235 Mann!

Allerdings wurden in der Zeit vom 14. August 1803 bis 7. Oktober 1806 (matricules 1 à 3 000) und vom 28. Oktober bis 5. November 1813 (matricules 11 401 à 12 115) insgesamt 12.115 Soldaten (ohne Offiziere) in der 8ème erfasst. Für die Zeiträume vom 30. August 1814 – 11. Mai 1815 (matricules 1 à 1800) wurde für das 8ème Regiment de Ligne (in der Restaurationszeit wurde die 8ème in das Regiment Condé umbenannt) und 14. Mai 1815 – 10. Juli 1815 (matricules 1 801 à 2 379) nochmals 2.379 Soldaten (ohne Offiziere) eingetragen (SHD/GR 21 YC 75).  Und das nur für ein Regiment! Die Liste über über diesen Zeitraum können Sie sich hier ansehen:  8e régiment d’infanterie de ligne dit régiment de Condé, 14 mai 1815-10 juillet 1815 (matricules 1 801 à 2 379).

Mittlerweile liegen uns jetzt auch für die anderen Zeiträume die Listen vor. Wir haben sie hier chronologisch zusammengefasst:

8. Demi-Brigade 14. August 1803 bis 7. Oktober 1806 (matricules 1 à 3 000) 

8ème Regiment de Ligne 7. Oktober 1806 bis 29. Oktober 1808 (matricules 3 001 à 6 000)

8ème Regiment de Ligne 29.Oktober 1808 bis 2. Mai 1811 (matricules 6 001 à 7 800)

8ème Regiment de Ligne 2. Mai 1811 bis 8. April 1813 (matricules 7 801 à 9 600)

8ème Regiment de Ligne 8. April 1813 bis 20. Juni 1814  (matricules 9 601 à 11 345)

8ème Regiment de Ligne 28. Oktober 1813 bis 5. November 1813 (matricules 11 401 à 12 115)

8ème Regiment de Ligne, genannt Regiment de Condé 30. August 1814 bis 11. Mai 1815 (matricules 1 à 1 800)

Somit liegen uns jetzt hier alle namhaften Soldaten der 8ème de Ligne aus der Napoleonischen Ära jetzt vor! Darüber sind wir ein bißchen stolz.

Bei der Recherche traten einige interessante Aspekte auf, die uns bisher nicht bekannt waren. Neben einigen Deutschen wurden auch zahlreiche Italiener in die 8ème de Ligne rekrutiert. Auch konnten einige Deserteure ausfindig gemacht werden.

Des Weiteren sind wir auf 6 Soldaten der 8ème gestoßen, die an dem Russlandfeldzug 1812 teilgenommen haben. Das ist schon eine kleine Sensation, denn bisher sind wir davon ausgegangen, dass die 8ème, abgesehen vom 4. Feldbatallion und dem Depotbataillon fast ausschließlich in Spanien gekämpft hat. Hier gilt es weitere Nachforschungen vorzunehmen. Erste Vermutungen liegen nahe, dass Teile des Regiments vom Depot aus Venlo nach Danzig marschierten und von dort als Ergänzungstruppen zu der Grande Armee stoßen sollten.

Darüber können wir jetzt durch die Funde der Soldaten die genauen Marschrouten der 8ème de Ligne rekonstruieren. Bitte schauen Sie hier:  Über 20.000 km auf Schuster´s Rappen – die 8ème marschiert durch Europa!

Doch wenden wir uns nun wieder unseren Funden zu den  Soldaten der 8ème zu. Zunächst sei hier kurz noch einmal die Struktur des Regimentes erklärt:

1 Feldbataillon bestand aus 6 Kompanien, diese waren in

  • 1 Voltigeurkompanie
  • 4 Füsilierkompanien
  • 1 Grenadierkompanie

gegliedert

(*) Das Depotbataillon bestand aus nur 4 Kompanien Füsilieren und dem Stab. Es zog nicht mit ins Feld sondern diente als Kader für den Ersatz.

Im Allgemeinen hatte eine Feldkompanie folgende Gliederung:

  • 1 Capitaine ( Hauptmann )
  • 1 Lieutenant ( Leutnant )
  • 1 Sous Lieutenant ( Unterleutnant )
  • 1 Sergent Major ( Feldwebel )
  • 4 Sergenten ( Unteroffizier )
  • 1 Caporal Fourier ( Zahlmeister )
  • 8 Caporale ( Gefreiten )
  • 2 Trommler
  • 121 Soldaten

Das ergab eine Stärke von ca. 140 Mann pro Kompanie.

Das bedeutete, dass ein Batallion eine Sollstärke von ca. 840 Mann aufwies und 1 Regiment ca. 4.000 Mann zählte.

Diese Stärken wurden aber nur selten erreicht, da durch Verluste und Krankheit der Bestand ständig schwankte.

In der Regel hatten die französischen Linienregimenter 4-5 Feldbataillone und 1 Depotbataillon. Es gab jedoch Regimenter, die 6 oder sogar 7 Feldbataillone aufwiesen. Leider konnte bisher nicht genau ermittelt werden ob die 8ème de Ligne 5 Feldbataillone hatte. 4 Feldbataillone gelten als erwiesen, aber das 5. Feldbataillon wurde häufig auch als das Depotbataillon der 8ème angegeben. In unserer Aufstellung haben wir nun das 5. Feldbataillon und Depotbataillon zusammengefasst.

Bitte klicken Sie mit der Maus auf eines der unten angegebenen Batallione. Darunter verbergen sich die jeweiligen Kompanien des Batallions und enstprechend die Namen der Soldaten.

FlaggenNatürlich ist diese Liste nicht vollständig. Wir würden uns daher sehr freuen, falls Sie über Angehörige der 8ème stoßen sollten oder vielleicht einen Vorfahren in Ihrer Familienchronik haben, der in der 8ème de Ligne gedient haben sollte, nicht zu zögern, sich bitte mit uns unter le-caporal-8eme@t-online.de in Verbindung zu setzen. Gern werden wir die Liste mit Ihrer Hilfe weiter vervollständigen!

 

 

 

 

2-adlertraeger-der-8eme
2. Adlerträger der 8ème um 1805

Zu einigen Soldaten haben wir bemerkenswerte, zusätzliche Funde wie beispielsweise Armeelisten, Heiratsurkunden oder auch Sterbeurkunden gefunden. Schauen Sie bitte hier:

BUISSON Claude (3. Bataillon – 1. Compagnie des Voltigeurs)

ville : Bourges (Cher)

Père : Jean   Mère : LAFITTE Jeanne

grade : voltigeur, régiment – bataillon : 8e régiment d’infanterie de ligne, 3e bataillon

compagnie(s) : compagnie voltigeurs

Hospitalisé le : hopital ambulant de Pullach   23   février   1807

Décédé le : 8   mars   1807   Cause du décès : tué d’un coup de feu

Observations : transcription du décès du 22 mars 1808 source : R775066 – 3E1214

Quelle:

http://www.ancestramil.fr/darnault/militaires/soldats/infanterie_ligne.php?rgt=008Ligb

CAHON  Adrien  (1. Bataillon – Compagnie des Grenadiers)

né le : 1779

Père : Antoine   Mère : GAVELLE Thérèse

ville : Corbie (Somme)   département : Somme

grade : grenadier, régiment – bataillon : 8e régiment d’infanterie de ligne, 1e bataillon

Hospitalisé le : hospice civil de Bourges

Décédé le : 29   juillet   1815   Cause du décès : cause du décès non précisée (Todesursache unbekannt. Möglicherweise durch eine Verletzung aus der Schlacht bei Waterloo erlegen).

source : 3E 1237

Quelle:

http://www.ancestramil.fr/darnault/militaires/soldats/infanterie_ligne.php?rgt=008Ligb

DRONIU Henri – konnte leider einem Bataillon/Kompanie nicht zugeordnet werden.

Geboren am 27. Mai 1785 in Plounévez-Moëdec, ‚Sohn von Charles et Marguerite Le Guillou

Körpergröße 1,66 m, Bauer in 1805. Hat keine Gebrechen. Wir beschuldigt, nach seiner Abreise am 18. November 1805 sich am 27. November 1805 in Guingamp vergnügt zu haben. Kam in Koblenz am 23. Januar 1806 an und wurde dem 8. Regiment de Ligne zugewiesen. In 57 Tagen hat er zu Fuß eine Wegstrecke von rund 1000 km zurückgelegt, also ca. 18km pro Tag im Durchschnitt. Er schrieb zwei Briefe aus Koblenz. Einmal am 28. Januar 1806 und am 2. März 1806.

Am 14. Juni 1806 ist er in Venlo (Depot) gestorben. Todesursache: Tod durch Ertrinken. Er war dem 1. Bataillon, 7. Kompanie (vermutlich Füsilierkompanie) zugeteilt.

Am 6. März 1808 wurde eine Sterbeurkunde ausgestellt (siehe unten). Dieses Dokument ist ein sehr seltener Fund.

Quelle:

Le Trégor http://www.letregor.fr/2013/03/14/des-lettres-inedites-de-soldats-de-napoleon-retrouvees/

LA TOUR Jean – konnte leider einem Bataillon/Kompanie nicht zugeordnet werden.

Füsilier der 8ème de Ligne

Von einer Leserin erhielten wir die interessante Mitteilung, dass ihre Ahnin wohl einen französischen Soldaten von der 8ème de Ligne namens Jean La Tour als Kindesvater im Kirchbucheintrag aus dem Jahre 1809 in Pritzwalk (Ortsteil Kemnitz) angegeben hat. Der uneheliche Sohn (das Paar war nicht verheiratet) wurde am 27. Januar 1809 in Kemnitz/Prignitz geboren.

Auszug aus dem Kemnitzer Kirchenbuch aus dem Jahre 1809

Der Text lautet:

„HANS JOACHIM,UNEHELICHER SOHN DER LOUISE KUSE, CHRISTOPH KUSE´S (DREIHÜFNER ZU KEMNITZ) TOCHTER, DIE EINEN FRANZÖSISCHEN SOLDATEN VOM 8 TEN LINES INFANTERIE REGIMENT JEAN LA TOUR ZUM VATER ANGIBT- IST GEBOREN AM 27:01:1809 VORMITTAGS GEGEN 10 UHR UND GETAUFT AM 29. EJUSDEM (DESELBEN)“.

Wir halten diese Dokument für absolut glaubwürdig und haben uns daher entschlossen, den Füsilier Jean La Tour, obwohl wir leider keinen weiteren Daten haben zu den „Soldaten der 8ème de Ligne“ zu erfassen.

NORGUET Pierre

commune_de_residence: Selommes arrondissement: Selommes departement: Loir-et-Cher code: F41 pays: France grade: soldat regiment: 8ème de ligne divers: 1 MV 1 NORMANT Pierre Nicolas, dit Cour de Roy geb. in Paris 2. Bataillon Auf diesen Soldaten sind wir durch einen Fund von Herrn Zemke rein zufällig gestossen. Beim dem Fund handelt sich um einen Zustellungsschein für den Soldaten Pierre Nicolas Normant, der am 14. Juli 1795 zum Biwak des 2. Bataillons der 8ème geführt wurde, welches in Mainz lagerte. Die Zustellung wurde unterzeichnet (soweit leserlich) vom Capitaine Marc (Commandant Provisoire), Lieutenant Varescon, Capitaine Crespy, Caporal Dupont, Fusilier Colson. Interessant bei diesem Zustellungsschein ist das rote Wachssiegel.

Zustellungschein aus dem Jahre 1795
Zustellungschein aus dem Jahre 1795
Regimentssiegel der 8ème
Regimentssiegel der 8ème

Quelle: http://www.fecher-autographen.de/Frankreich/1789-1815/Feldzuege-in-/Deutschland:::5_6_77_78.html

ROBERT Pierre  gestorben am 25. August 1809 in Madrid – Füsilier in der 1. Füsilierkompanie, 2. Batallion

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Sterbeurkunde, ausgestellt am 25. Augist 1809 zu Madrid. Quelle: http://assosehri.cluster1.easy-hebergement.net/8e-de-ligne-8e-demi-brigade-sehri-e97-1-jpg.html#

 

TERSON Pierre Louis

* in Lent / Departement Ain

+ 26.12.1813 in Hubertusburg /Sachsen (Hospital)

Todesursache: Verletzungen

Grenadier im 8eme (3. Bat.)

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Handschruftliche Sterbeurkunde von Terson, ausgestellt am 26. Dezembe r1813 in Hubertusburg. Quelle: http://assosehri.cluster1.easy-hebergement.net/8e-de-ligne-8e-demi-brigade-sehri-e98-1-jpg.html

 

THERBIN Pierre

Füsilier

Verstorben am 28. Januar 1793 im Hospital Longvoy?

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Sterbeurkunde von Pierre Therbin. Quelle : http://assosehri.cluster1.easy-hebergement.net/8e-de-ligne-8e-demi-brigade-sehri-g931-1-jpg.html

VILARD  Dominique (3. Bataillon – 1. Compagnie des Fusiliers)

né le : 1791

ville : Bourges (Cher)

Père : feu Jean Baptiste   Mère : BLANCHARD Marguerite

grade : tambour, régiment – bataillon : 8e régiment d’infanterie de ligne, 3e bataillon

compagnie(s) : 1e compagnie

Hospitalisé le : hospice de Chambéry

Décédé le : 21   février   1809   Cause du décès : acte du 26 août 1812 – cause du décès non précisée

source : 3E1227

Quelle:

http://www.ancestramil.fr/darnault/militaires/soldats/infanterie_ligne.php?rgt=008Ligb

 

PITOU Francois Eustache 

Voltigeur
8e de ligne
2. Bat.
2. Kompanie
1. Corps der Grand Armee
2. Division

Brief vom 12.10.1807 aus Lense(l)tzes (??) bei Berlin von Pitou an seine Schwester nach Chartres.

Ein Brief von Francis Pitou,  datiert vom 12. Oktober 1807 an seine Schwester in Chartres. „Linse (l) Tzes‘ (Nähe BERLIN), 12. Oktober 1807. In diesem Brief wird über den Feldzug von 1807 berichtet, besonders über die entscheidungsschlacht von Friedland am 14- Juni 1807 und vom anschließendem Frieden  von Tilsit.

Quelle: http://www.fecher-autographen.de/Frankreich/1789-1815/Feldzuege-in-/Deutschland:::5_6_77_78:4.html

Füsilier des 8. Linienregiments um 1809, nach einem Manuskript von Otto. Quelle: www.1789-1815.com

Wollen Sie zu den Offizieren der 8ème? Dann klicken Sie bitte hier: 8ème – Die Offiziere der 8. Demi-Brigade und 8ème Régiment de Ligne oder Die Offiziere der 8ème bei Waterloo am 18.Juni 1815 

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