Ich bemale mich selber …

 

… und zwar im Maßstab von 1:16 (120mm). Moment ! Das klingt merkwürdig. Wie soll das denn gehen? Aber erstmal der Reihe nach. 

Vor einiger Zeit meldete sich mein alter Freund Jens Najewitz und fragte mich, ob ich nicht mal auf ein Fotoshooting Lust hätte. Ich solle mal mit meinem ganzen Gerödel vom Reenactment-Hobby rumkommen.

Jens hatte ja schon recht früh mit dem 3D-Druck von Gebäuden in verschiedenen Maßstäben gearbeitet. Das wusste ich ja (siehe auch Sturmangriff auf La Haye Sainte). Als er vor Jahren auch mit dem Druck von Figuren experimentierte, haben ihn aber viele nur belächelt. „Wie soll das denn funktionieren?“ war meistens die erste Frage. Jetzt hat Jens sie eines Besseren belehrt.

Derr erste Scan im Rechner!
Hier die Figur mit den austauschbaren Köpfen.

Als ich bei ihm nun angekommen war, meinte er zu mir, ich solle erstmal nur die jeweiligen Kopfbedeckungen aufsetzen um einen Scan von meinem Kopf zu machen. Gesagt, getan. Als erstes habe ich meinen Tschako aufgesetzt. Dann kam der große Augenblick. Ich stellte mich auf einen Drehteller, um  mich komplett scannen zu lassen. Als Alles von Jens fertig justiert war, kam dann der kurze Ruf: „Es geht los – nicht mehr bewegen!“. Und so drehte ich mich einmal um die eigene Achse in seinem Studio bis der Scan vorbei war. Zur Sicherheit wurde der Scan mehrfach wiederholt, damit nichts ausblieb. Dann war der Zweispitz und die Bärenfellmütze an der Reihe.  

Das Original
Der dazugehörige Komplett-Scan

Die Einstellungen waren gespeichert. Jetzt konnten nun weitere Scans mit Uniformrock, Tornister und weiteren Gegenständen vorgenommen werden. Das war manchmal gar nicht so einfach, da der Durchmesser des Drehtellers nicht so groß und der Boden unter den genagelten Schuhen rutschig war. Aber was tut man nicht alles als „Model“.

Hier wieder das Original.
Die erste fertige Figur!. Allerdings ohne Muskete.
Die Rückseite der Figur.

Die Scan-Resultate entschädigten aber für die Mühen. Nach ein paar Nachbearbeitungen hat dann Jens die Figuren über seinen 3D-Drucker ausdrucken lassen. Ich war verblüfft, als er mir die ersten Bilder gezeigt hatte.

Vor kurzem habe ich die Figuren nun von Jens erhalten. Wow! Dachte ich. Die sind richtig klasse geworden. Und was soll ich sagen? Ich bin jetzt dabei, mich selber anzumalen! Es macht mir unheimlich viel Spaß. Sobald die Figuren fertig sind, werde ich sie hier präsentieren!

Der 3D-Drucker. Gleich 4 Figuren werden gleichzeitig gedruckt!
Die wichtigste Figur: Caporal L´Epaule muss nach der schweren Arbeit einen Drink sich genehmigen!
Die nun bemalte Figur!

Jens hat vor, im nächsten Jahr mit seinem Scanner „On Tour“ zu gehen. Das heißt, er wird mit seinem Equipment zu den jeweiligen Veranstaltungen fahren und wer möchte, wird dann vor Ort mit seiner Uniform/Rüstung etc. gescannt. Im Anschluss bekommt er dann eine Speicherkarte mit seinem Scan  ausgehändigt. Mit der Speicherkarte kann man dann zu einem 3D-Druck-Geschäft gehen und sich seinen Scan ausdrucken lassen. Und wer sich nicht malen möchte, kann seinen Scan auch farbig ausdrucken lassen.

Kontaktaufnahme:

Jens Najewitz

Nun war Jens auch in meinem bevorzugtem Maßstab 1:72 fleißig. Er hat die  Scans nach einigen Anpassungen in diesem Maßstab über seinen Drucker ausgdruckt. Hier mal die erste bemalte Figur in dieser Größe: 

Die Figur liess sich sehr gut bemalen.
Schnell ist daraus eine Vignette gemacht. Eine Pause nach dem Holzhacken ist angesagt.

Und weiter geht es mit einer Figur, die ebenfalls im Maßstab 1:72 gedruckt und anschließend bemalt wurde. Hier wird eine Figur gezeigt, die ihre Muskete lädt.  Der aufmerksame Beobachter hat sofort erkannt, dass es sich um eine Figur handelt, die aus dem oberen im Bericht gezeigten Scan entstanden ist.     

Der Caporal hat Glück gehabt. Eine Kanonenkugel ist knapp am Fuße des Grenadiers zum Stehen gekommen.

 

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