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Der Löwe von Heliopolis

General Kléber in der Schlacht von Heliopolis am 20. März 1800 von Victor Huen (1874-1939).

Am 20. März 1800 schlug er eine seiner berühmtesten Schlachten. Die Rede ist von der Schlacht von Heliopolis. Mit nur 11. 000 Mann schlug General Kléber eine osmanisch-mamelukische Armee von rund 60.000 Mann.

Unter dem Befehl von Wesir Yussuf Pascha landete in Ägypten eine osmanische Armee von 40.000 und vereinigte sich mit einer 20.000 starken Mameluken-Armee in der Nähe von Heliopolis.  Heliopolis lag ungefähr 11 km nordöstlich von Kairo.

Nachdem General Kléber Kunde von dem Einmarsch erhalten hatte, sammelte er seine kleine Armee und marschierte in Richtung Heliopolis.    

 

 

 

: Heliopolis war der Sieg von vier in Karrees diszipliniert geordneten Schlachtlinien, jeweils dazwischen leichte Artillerie und die Kavallerie außen an den Flügeln gegen die osmanischen Truppen, bei denen weder eine „Marschordnung noch Taktik zu erkennen war“ (Militärliteratur des 19. Jhs.). Die Divisionsgeneräle Friant, rechter Flügel, und Reynier, linker Flügel, waren die entscheidenden Kommandeure dieser Schlacht, die in der Nacht um drei Uhr begann und sich im Laufe des Tages mit Straßen- und Häuserkämpfen in die Außenbezirke von Kairo ausdehnte und mit der panikartigen Flucht des Großwesirs Richtung Syrien endete. Rund 10.000 Franzosen sollen 60.000 Osmanen gegenübergestanden und dabei große Mengen an Vorrat und Ausrüstung dieses riesigen Heeres erbeutet haben.

 
Relief der Schlacht von Heliopolis an der Statue von Kléber auf dem Kléberplatz in Straßburg

Am selben Tag gab es in Kairo einen Aufruhr, der in Boulaq, dem Hafen von Kairo, ausbrach, sich gegen alle Fremden und die kleine französische Besatzung des Hauptquartiers richtete und zu einem Massaker an den in Kairo lebenden Kopten (Christen), Griechen und Syrern führte. Der Aufstand, angezettelt wohl von Türken unter Nassif-Pascha und mehreren ägyptischen Beys, konnte erst am 27. April unterdrückt werden. Hilfreich dabei war ein „Stillhalteabkommen“ mit dem oberägyptischen Mameluckenführer Mourad-Bey, das Kléber kurz zuvor vereinbart hatte. Bei der Kapitulation wurde den Anführern der Verschwörung freier Abzug gewährt. Ihnen folgten 3.000–4.000 aufständische Einwohner, die „die Rache der Sieger fürchteten“.

Kléber belegte Kairo und andere Städte des Nildeltas mit einer Kontribution von zwölf Millionen Francs, die ihm die Anschaffung von Ausrüstungen, Munition, die Auszahlung rückständiger Soldbeträge und sonstiger entbehrter Annehmlichkeiten ermöglichte.

Im Mai 1800 war die französische Herrschaft in ganz Ägypten wiederhergestellt. Die Armee konnte aus Mitteln der millionenschweren Kontribution wieder aufgerüstet und versorgt werden. Aus Äthiopiern, Griechen, Kopten und desertierten Mamelucken wurden Hilfstruppen gebildet und damit die Mannschaftsstärke der Armee wieder angehoben. Die Diplomatie versuchte die Allianz von Zar Paul II., Sultan Selim III. und der britischen Regierung (St. James) zu brechen, um Frankreichs Präsenz im vorderen Orient zu erhalten.

General Kléber sah die Besetzung Ägyptens weiterhin kritisch. Die englische Vorherrschaft auf dem Mittelmeer blockierte die Kommunikation und den Nachschub. Bonaparte, jetzt „Erster Konsul“, ließ Durchhalteparolen übermitteln. Die französische Flotte, die von Toulon zur Evakuierung ausgelaufen war, wurde in die Bretagne beordert. Neue Verhandlungen über einen Abzug führten sogar zu einer Zustimmung der Engländer zu der „Konvention von El-Arisch“, die sie Monate zuvor abgelehnt hatten.

Die Ermordung des Oberkommandierenden Generals im Juni 1800 ließ die Situation der Franzosen kritischer werden und führte schließlich zur Kapitulation und Evakuierung im August 1801.